Weniger Neubauten und steigende Nachfrage treiben die Mieten in Wien nach oben – die Wohnungsknappheit spitzt sich 2025 weiter dramatisch zu.
Die Wohnungsknappheit in Wien erreicht einen neuen Höhepunkt. Laut dem Marktbericht des renommierten Immobilienberaters EHL wurden im ersten Halbjahr 2025 deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt als in den Vorjahren. Besonders Mieterinnen und Mieter spüren den Druck – das Angebot schrumpft, während die Preise weiter steigen.
Deutlich weniger neue Wohnungen in Wien
Wer derzeit in Wien eine Mietwohnung sucht, merkt es schnell: Die Auswahl wird immer knapper. Wie EHL in seinem aktuellen Marktbericht aufzeigt, wurden von Jänner bis Juni 2025 nur rund 10.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Im Vergleich dazu waren es im selben Zeitraum 2024 noch über 12.000 und 2023 sogar mehr als 14.000 Wohneinheiten. Das entspricht einem Rückgang von fast 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren – eine Entwicklung, die auch von Branchenmedien wie dem Standard bestätigt wird.
Mietwohnungen besonders stark betroffen
Besonders betroffen vom Angebotsrückgang sind Mietwohnungen. Laut EHL werden viele Neubauprojekte zunehmend auf den Einzelverkauf ausgerichtet, statt als Mietobjekte auf den Markt zu kommen. Als Gründe nennt EHL die politische Unsicherheit rund um die Mietpreisbremse sowie Debatten über mögliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt. Auch Die Presse berichtet, dass Bauträger verstärkt auf den Verkauf von Eigentumswohnungen setzen.
Vor allem in den Randbezirken Wiens – Donaustadt, Floridsdorf, Favoriten und Liesing – wird überhaupt noch gebaut. Zentrale Lagen hingegen haben kaum mehr Baulandreserven, auch ausbaubare Dachgeschosse sind rar. Selbst im Bestand, etwa bei klassischen Zinshäusern, sei das Mietangebot stark rückläufig, wie EHL betont.
Nachfrage explodiert, Preise steigen kräftig
Parallel zum sinkenden Angebot steigt die Nachfrage rapide an. Die Zahl der Anfragen pro Mietwohnung hat sich laut EHL deutlich erhöht, die Leerstandsquote bleibt dabei auf einem historisch niedrigen Niveau. Auch die Kaufnachfrage zieht an, da viele Wohnungssuchende nicht mehr auf sinkende Preise hoffen und rasch zugreifen.
Laut Prognosen von EHL müssen sich Mieter 2025 auf einen durchschnittlichen Mietpreisanstieg von 7,3 Prozent einstellen. Eigentumswohnungen werden ebenfalls teurer, mit einem Plus von rund 2,4 Prozent. Die Presse berichtet von zunehmender Nervosität am Markt, weil immer weniger Projekte rechtzeitig fertiggestellt werden.
Keine Entspannung in Sicht
Branchenkenner sehen keine schnelle Entspannung. Wie EHL prognostiziert, wird die Bautätigkeit auch in den kommenden Jahren hinter dem Bedarf zurückbleiben. Die Kombination aus sinkendem Angebot, steigender Nachfrage und höheren Preisen verschärft den Engpass am Wohnungsmarkt spürbar. Der Immobilienexperte Michael Ehlmaier warnt in einem Interview mit dem Standard: „Der Druck auf die Mieten wird anhalten, solange Neubauprojekte nicht rascher umgesetzt werden“.
Für Wohnungssuchende bedeutet das: Flexibilität ist gefragt, Geduld ebenso – denn die Zeiten für leistbares Wohnen in Wien bleiben weiterhin angespannt.