Wer schon immer von einem eigenen Rückzugsort in den Alpen geträumt hat, muss tief in die Tasche greifen. Eine aktuelle Preisanalyse von Sprengnetter für ImmoScout24 Österreich zeigt: Häuser und Wohnungen in Österreichs Skigebieten sind in den letzten fünf Jahren massiv teurer geworden. Ob Bestandsobjekt oder Neubau – der Preissprung ist deutlich spürbar und macht die begehrten Ferienregionen zunehmend zum Anlagegut für Investoren.
Preissprung bei Häusern: Bis zu 59 Prozent mehr
Die Analyse untersuchte ein beispielhaftes 125-Quadratmeter-Haus in 17 bekannten Wintersportregionen. Spitzenreiter ist Kitzbühel: Ein Neubau kostet dort mittlerweile fast 2 Millionen Euro, ein Bestandshaus durchschnittlich knapp 1 Million Euro. Das entspricht einem Preisanstieg von bis zu 43 Prozent seit 2020. Ähnlich teuer ist es im nahegelegenen Kirchberg in Tirol (1.834.300 Euro).
Auch Saalbach-Hinterglemm und das Brixental – Wilder Kaiser liegen mittlerweile in der Hochpreisliga: Neubauten erreichen hier mehr als 1 Million Euro, während Bestandsobjekte zwischen 750.000 und 800.000 Euro liegen.
Interessant: Selbst bislang günstigere Regionen wie Nassfeld oder Semmering verzeichnen enorme Preissteigerungen – am Nassfeld stiegen die Preise seit 2020 um 56 Prozent, bei Bestandswohnungen ebenso wie bei Neubauten.
Eigentumswohnungen: Gleiche Dynamik wie bei Häusern
Nicht nur Häuser, auch Wohnungen sind teurer geworden. Eine 75-Quadratmeter-Wohnung in Kitzbühel kostet inzwischen im Neubau über 1 Million Euro, während Bestandswohnungen rund 430.000 Euro erreichen. Weitere Top-Lagen sind Saalbach-Hinterglemm, Brixental, Zillertal Arena und Sankt Anton, wo Neubauten zwischen 470.000 und 630.000 Euro liegen.
Die günstigeren Wohnungspreise finden sich in kleineren Skigebieten: Nassfeld, Semmering, Katschberg oder Hinterstoder bieten weiterhin vergleichsweise erschwingliche Optionen, wenngleich auch hier die Preissteigerungen seit 2020 zweistellig ausfallen.
Immobilien als Investment und Preistreiber
Die Preisdynamik zeigt, dass Immobilien in Skigebieten längst nicht mehr nur Freizeitdomizile sind. Sie gelten zunehmend als Anlageobjekt. Investoren kaufen, um Wertsteigerungen und Vermietungserträge zu sichern – ein Trend, der die Preise weiter nach oben treibt. Gleichzeitig geraten private Käufer unter Druck: Wer ein Haus oder eine Wohnung in beliebten Regionen erwerben will, muss sich auf hohe Einstiegspreise einstellen.
Für Käufer heißt das: Wer jetzt zugreift, zahlt tief – profitiert aber möglicherweise von langfristigen Wertsteigerungen. Wer flexibel ist, kann sich in weniger bekannten Skigebieten umsehen und moderate Preise nutzen. Klar ist: Der Immobilienmarkt in Österreichs Skigebieten bleibt heiß umkämpft, und der Trend zu steigenden Preisen wird sich kurzfristig kaum umkehren.