1.800 Jobs der Wiener Ordensspitäler vor dem Aus

Sparpläne der Stadt Wien: Beschäftigte der Ordensspitäler schlagen Alarm.

Geplante Kürzungen bei den Wiener Ordensspitälern bedrohen 1.800 Jobs. Beschäftigte und Gewerkschaften protestieren gegen Sparmaßnahmen und fordern den Erhalt der Gesundheitsversorgung.

Die Wiener Ordensspitäler stehen vor einer massiven Herausforderung: Geplante Kürzungen von 75 Millionen Euro im Bereich der Ordensspitäler könnten 1.800 Arbeitsplätze kosten. Beschäftigte, Gewerkschaften und Aktivisten schlagen Alarm und sehen das Wiener Gesundheitssystem in Gefahr.

Harald Steer, Gesundheitssprecher der Gewerkschaft vida Wien, bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen mehr Geld für Gesundheit, nicht weniger!“ Die Auswirkungen wären weitreichend: Massive Mehrbelastung für das verbleibende Personal, längere Wartezeiten und eine spürbare Verschlechterung der Patientenversorgung in der Bundeshauptstadt.

Symbolische Aktion verdeutlicht das Ausmaß

Bei einer Kundgebung am Platz der Menschenrechte machten Beschäftigte und Aktivisten die Dramatik sichtbar: 180 Arbeitskittel wurden ausgelegt, jeder einzelne für zehn gefährdete Stellen. Das Bild zeigte eindrücklich: Weniger Personal bedeutet weniger Versorgung und Sicherheit für Patientinnen und Patienten.

Christina Danielis, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Franziskus Spital, berichtet aus der Praxis: „Ich arbeite mit meinen Kolleg:innen jeden Tag hart, um unsere Patient:innen gut zu versorgen. Schon jetzt kommen wir oft an unsere Grenzen. Vor ein paar Jahren wurden wir für unsere Tätigkeit noch beklatscht. Und jetzt soll jede vierte von uns gehen? Das kann nicht sein!“

Petition fordert Kurswechsel statt Sparpolitik

Das Bündnis “Wir Sorgen Gemeinsam”fordert einen klaren Kurswechsel: Keine weiteren Einsparungen im Gesundheitswesen. Phili Kaufmann, Aktivistin und Sprecherin des Bündnisses, appelliert: „Unser Gesundheitssystem ist kein Ort für Sparpolitik. Keine Stelle weniger – Arbeitsbedingungen verbessern statt zusätzlicher Belastung!“

Unter vida.at/wir-sorgen-gemeinsam können Bürger die Petition „Gesundheit statt Sparpolitik“ unterstützen, um die drohenden Kürzungen zu stoppen.

Gesundheit hat Vorrang

Die Kundgebung und die symbolische Aktion machen eines deutlich: der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Sicherung der Gesundheitsversorgung in Wien sind untrennbar verbunden. Jede geplante Kürzung wirkt sich direkt auf Patienten, Personal und das gesamte Gesundheitssystem aus.

Die Stadt Wien steht nun in der Verantwortung, eine Lösung zu finden, die Sparpolitik mit dem Schutz der Gesundheit vereinbart. Für die Wienerinnen und Wiener sowie die Beschäftigten der Ordensspitäler geht es um mehr als Budgetzahlen – es geht um Sicherheit, Versorgung und Zukunftsperspektiven.

Teilen:
Picture of Caroline Lechner
Caroline Lechner
Journalist, Redakteur und Herausgeber. E-Mail: [email protected]