Apotheken am Limit: Sinkende Erträge sorgen für Alarm

Droht das Aus für manche Apotheken? Umsatzrückgang schlägt zu.

Die österreichischen Apotheken stecken tief in der Ertragskrise. Das zeigt die aktuelle Analyse der ApoLife Apothekengruppe: Im Jahr 2025 stieg das Umsatzvolumen nur um 3,2 Prozent, während die Inflation rund 4 Prozent betrug. Anders gesagt: Inflationsbereinigt sind die Umsätze unter dem Niveau von 2023 – das dritte Jahr in Folge.

„Wir sind eine Branche im Rückschritt“, warnt Martin R. Geisler, Generalsekretär von ApoLife. „Die Apotheken leiden an einem chronischen Schnupfen – die Umsatz-Kosten-Schere geht immer weiter auf.“

Besonders betroffen: Erkältungs- und Immunmittel

Die Abwärtsbewegung betrifft vor allem die volumenstarken Produktgruppen. Husten- und Erkältungsmittel stiegen nominell nur um 1,3 Prozent, Haut- und Schleimhautpräparate um 2,28 Prozent. Schlimmer noch: Tonika und immunologische Produkte verloren 3,28 Prozent, Mittel zur Gewichtsabnahme sogar 6 Prozent.

„Die Zeiten, in denen eine Apotheke als ‚Goldgrube‘ galt, sind längst vorbei“, kommentiert Geisler. Die wenigen Zuwächse bei kleineren Segmenten wie Mund- und Zahnpflegeprodukte (+9,1%) oder Entwöhnungsmittel (+9,9%) können den generellen Abwärtstrend nicht ausgleichen.

Kostenexplosion trifft Alltag und Personal

Während die Umsätze stagnieren, steigen Mieten, Energiepreise und Personalkosten weiter. Für viele Apotheken ist das wie ein zweischneidiges Schwert: Einerseits müssen sie ihre Kunden zuverlässig versorgen, andererseits könnten die steigenden Kosten schon bald einige Betriebe in die Verlustzone treiben.

„Wir müssen damit rechnen, dass weitere Apotheken unter Druck geraten. Die Realität zeigt, dass der Apothekenalltag alles andere als rosig ist“, so Geisler.

Patienten müssen sich auf mögliche Engpässe oder verkürzte Öffnungszeiten einstellen – vor allem in kleineren Städten und ländlichen Regionen.

Gefahr für die Versorgung

Apotheken sind mehr als nur Verkaufsstellen: Sie sichern Systemrelevanz, Beratung und Vorsorge. Sinkende Erträge bedrohen nicht nur die Geschäftsinhaber, sondern auch die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung. Politische Unterstützung ist laut Experten nötig: Förderungen, Entlastungen bei Betriebskosten oder gezielte Preisregelungen könnten die Branche stabilisieren – sonst droht der „chronische Schnupfen“ zum ausgewachsenen Krankheitsbild.

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Caroline Lechner
Journalist, Redakteur und Herausgeber. E-Mail: [email protected]