Günstigere Lebensmittel: Steuersenkung auf 5 Prozent kommt

Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel halbiert – HV begrüßt Schritt.

Die Bundesregierung hat gleich zwei bedeutende Maßnahmen angekündigt, die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie den heimischen Handel entlasten sollen: die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 5 Prozent und die Einführung einer nationalen Paketabgabe für Lieferungen aus Drittstaaten wie China. Beide Schritte stoßen beim Handelsverband (HV) auf breite Zustimmung.

Dauerhafte Entlastung bei Lebensmitteln

Die geplante Steuersenkung auf Grundnahrungsmittel soll ab Mitte 2026 wirksam werden.

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, erklärt:

„Unsere Händler werden die Effekte dieser Steuersenkung nach Möglichkeit 1:1 an die Kundinnen und Kunden weitergeben. Entscheidend ist, dass diese Maßnahme dauerhaft erfolgt und nicht nur temporär.“

Trotz dieser Entlastung bleiben die Lebensmittelausgaben österreichischer Haushalte moderat: Je nach Studie geben Haushalte im Schnitt nur 10 bis 12 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus.

Preisbildung beginnt lange vor dem Regal

Will betont, dass die Preise am Regal nicht allein von der Mehrwertsteuer abhängen:

Klar ist, dass der Verkaufspreis am Regal neben der Mehrwertsteuer hauptsächlich von Inputfaktoren wie dem Beschaffungspreis, den Energiekosten, KV-Löhnen, Gebühren und in einigen Fällen vom Weltmarktpreis und den Erntezyklen abhängig ist. Effektive Maßnahmen zur nachhaltigen Inflationsbekämpfung müssen daher die Ursachen der Teuerung an der Wurzel angehen, insbesondere durch eine spürbare Entlastung bei den hohen Energiepreisen, Personalkosten und beim bürokratischen Aufwand.“

Gerade Rohstoffe wie Kaffee, Kakao oder Orangensaftkonzentrat haben in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist daher ein willkommener, aber ergänzender Schritt.

Paketabgabe für Drittstaatenlieferungen

Eine weitere Maßnahme betrifft den Onlinehandel mit Drittstaaten: Plattformen wie Temu oder Shein werden künftig stärker zur Kasse gebeten. Die nationale Paketabgabe ergänzt den bestehenden EU-Pauschalzoll von 3 Euro und soll europäische Händler fairer gegenüber globalen Plattformen positionieren.

Rainer Will betont:

„Während heimische Händler jede Vorschrift penibel erfüllen, liefern globale Plattformen unkontrolliert massenweise Produkte. Die neue Paketgebühr reduziert diese strukturelle Benachteiligung.“

Die genaue Höhe und Ausgestaltung der Abgabe ist derzeit noch offen, doch sie wird die Finanzierung der Mehrwertsteuersenkung teilweise unterstützen.

Doppelter Nutzen für Konsument und Handel

Mit der Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel und der Einführung einer Paketabgabe für Drittstaatenlieferungen setzt die Regierung einen klaren Impuls für mehr Kaufkraft und fairen Wettbewerb. Österreichische Konsument:innen profitieren von direkten Preisvorteilen, während der heimische Handel endlich vergleichbare Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen Plattformen erhält.

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Caroline Lechner
Journalist, Redakteur und Herausgeber. E-Mail: [email protected]