Wer denkt, ein Termin beim Arzt sei nur ein paar Tage entfernt, liegt oft falsch. Eine aktuelle Studie von krankenversichern.at zeigt: Kassenpatienten warten bis zu 13-mal länger als Privatpatienten.
Sebastian Arthofer, COO von krankenversichern.at, kommentiert: „Die Daten zeigen eine klare Zweiteilung der Geschwindigkeit. Das bewegt die Menschen: Für 7 von 10 ist die Vermeidung von Wartezeiten heute das Hauptmotiv für eine private Krankenversicherung.“
Das bedeutet: Wer dringend einen Facharzt benötigt, muss Geduld mitbringen – oder tief in die Tasche greifen.
Facharzt-Termine: Massive Unterschiede zwischen Kassen- und Wahlarzt
Die Unterschiede sind dramatisch:
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Augenheilkunde: Kassenpatienten warten im Schnitt 52 Tage, Privatpatienten nur 4 Tage.
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Orthopädie & Schmerzbehandlung: 24 Tage vs. 2 Tage.
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Radiologie (MRT/CT): 14 Tage im Kassenbereich vs. 3 Tage bei Wahlärzten.
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Gynäkologie & Urologie: 46–48 Tage vs. 13 Tage im Median bei Privatpraxen.
Die Studie zeigt: Das öffentliche Gesundheitssystem ist am Limit.
Zeit ist Geld – und ein starkes Argument für Privatversicherung
Die langen Wartezeiten haben auch wirtschaftliche Konsequenzen. Patienten, die lange auf Termine warten müssen, können verzögerte Diagnosen und Behandlungstermine riskieren – was wiederum Arbeitsausfälle, Produktionsverluste oder zusätzliche Kosten für Krankengeld verursachen kann. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Nachfrage nach Privatleistungen steigt, was den Druck auf Versicherungsanbieter erhöht.
„Unsere Analyse schafft volle Transparenz: Während das öffentliche System mit Kapazitätsgrenzen kämpft, fungiert der Wahlarztsektor als Alternative für Patienten“, so Arthofer.
Patienten zwischen Warteschlange und Sofortbehandlung
Kapazitätsengpässe im öffentlichen System treffen vor allem jene, die sich keine private Absicherung leisten können. Wer schnelle Hilfe will, ist oft gezwungen, privat zu zahlen – ein Trend, der die Zweiklassenmedizin weiter verschärft. Wer als Kassenpatient heute einen Facharzt benötigt, sollte Geduld mitbringen – oder die private Option prüfen. Für Politik und Krankenkassen ist die Botschaft klar: Dringend müssen mehr Ressourcen, Personal und digitale Lösungen bereitgestellt werden, um Wartezeiten zu verkürzen und Versorgungsgerechtigkeit zu sichern.