Arbeiten und trotzdem Pension beziehen – für viele ältere Menschen in Österreich ist das längst Realität. Doch bisher lohnte sich der Zuverdienst steuerlich oft nur bedingt. Genau hier setzt die Bundesregierung nun an: Statt einer pauschalen Fixsteuer soll künftig ein steuerfreier Freibetrag kommen. Für Pensionisten könnte das eine spürbare Entlastung bringen – und im besten Fall bis zu 2.000 Euro steuerfrei ermöglichen.
Kehrtwende bei der Zuverdienstbesteuerung
Ursprünglich hatte die Regierung geplant, Zuverdienste während der Alterspension pauschal mit 25 Prozent zu besteuern. Dieses Modell stieß jedoch rasch auf Kritik. Vor allem Pensionisten mit niedrigen Zusatzverdiensten hätten kaum profitiert, während höhere Einkommen deutlich begünstigt worden wären.
Nun folgt die Kurskorrektur: Die geplante Flat Tax wird verworfen, stattdessen arbeitet die Bundesregierung an einem Freibetragsmodell. Ein Teil des Zuverdienstes soll künftig steuerfrei bleiben – unabhängig davon, wie hoch die restlichen Einkünfte sind. Damit soll das System sozial gerechter und breiter wirksam werden.
Warum der Freibetrag mehr Pensionisten erreicht
Der große Vorteil eines Freibetrags liegt auf der Hand: Auch Menschen, die nur wenige Stunden pro Woche arbeiten oder fallweise aushelfen, profitieren direkt.
Laut Berichten von ORF und Heute sind derzeit monatliche Freibeträge zwischen 1.500 und 2.000 Euro im Gespräch. Ob der Betrag letztlich monatlich oder jährlich definiert wird, ist noch offen. Klar ist aber: Je höher der Freibetrag, desto attraktiver wird der Zuverdienst für Pensionisten.
Arbeiten über das Pensionsalter hinaus bleibt politisches Ziel
Am Grundziel hält die Bundesregierung fest: Mehr Menschen sollen über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus im Erwerbsleben bleiben. Derzeit sind laut offiziellen Zahlen rund 71.000 Pensionisten beruflich aktiv. Diese Zahl soll steigen – nicht zuletzt, um dem akuten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Der geplante Freibetrag soll dabei ein entscheidender Hebel sein. Denn nur wenn sich zusätzliche Arbeit finanziell auch wirklich lohnt, werden Pensionisten bereit sein, länger aktiv zu bleiben.
Soziale Treffsicherheit statt Steuerprivilegien
Auch politisch ist der neue Ansatz breiter abgestützt. Aus mehreren Parteien wurde zuletzt signalisiert, dass ein Freibetrag gerechter sei als eine pauschale Besteuerung. Er entlaste gezielt jene, die auf einen kleinen Zuverdienst angewiesen sind – etwa zur Abfederung gestiegener Lebenshaltungskosten.
Gerade in Zeiten hoher Inflation, steigender Energiepreise und wachsender Pflegekosten ist diese Entlastung für viele Pensionisten von großer Bedeutung.
Was noch offen ist
Noch nicht geklärt sind die Details zur Umsetzung: Wann das neue Modell in Kraft tritt, wie hoch der Freibetrag tatsächlich ausfallen wird und ob es zusätzliche Voraussetzungen geben soll. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an der konkreten Ausgestaltung.
Fest steht jedoch: Der geplante Freibetrag markiert einen deutlichen Richtungswechsel – weg von pauschalen Lösungen, hin zu einer sozial ausgewogeneren Entlastung.