Die Finanzmarktaufsicht schlägt Alarm: Kriminelle nutzen WhatsApp-Gruppen für dubiose „Anlageempfehlungen“ – mit gefährlichen Folgen für Verbraucher.
Der Traum vom schnellen Geld ist für viele verführerisch – und genau das machen sich Betrüger derzeit zunutze. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) warnt vor einer besorgniserregenden Welle an Betrugsversuchen über WhatsApp-Gruppen und -Kanäle, in denen vermeintliche Aktienempfehlungen kursieren. Die Nachrichten wirken seriös, kommen aber in Wahrheit von kriminellen Absendern, die mit psychologischem Druck und falschen Versprechen das Geld ihrer Opfer ins Visier nehmen.
Gefälschte Profile imitieren bekannte Medien und Persönlichkeiten
Die Methoden der Täter werden zunehmend raffinierter: Sie nutzen gestohlene Identitäten von bekannten Finanzexperten oder geben sich als renommierte Wirtschaftsmagazine wie Focus Money oder Gewinn aus. Selbst der Name und das Profilbild von FMA-Vorstand Helmut Ettl wurden bereits missbräuchlich verwendet, um Vertrauen zu gewinnen.
Die Einladung erfolgt meist über Social Media Anzeigen, Freundschaftsanfragen oder direkte WhatsApp-Nachrichten. Sobald Nutzer einer solchen Gruppe beitreten, wird ihnen der Zugang zu angeblich exklusiven Anlagetipps angeboten – oft mit dem Versprechen auf schnelle Gewinne, ohne Risiko.
Typische Merkmale der Betrugsmasche
Ein Blick hinter die Fassade zeigt: Hier geht es nicht um seriöse Finanzberatung, sondern um organisierten Betrug. Laut FMA sollten folgende Signale sofort stutzig machen:
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Überdurchschnittlich hohe Gewinnversprechen
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Zeitdruck („Nur heute verfügbar“)
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Aufforderung zu Überweisungen auf ausländische Konten
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Rechtschreibfehler oder leicht veränderte Schreibweisen („Foxus“ statt „Focus“)
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Mangelhafte Impressums- oder Kontaktangaben
So schützen sich Verbraucher – und melden Betrugsversuche richtig
Die FMA rät zur größtmöglichen Vorsicht: Gruppeneinladungen aus unbekannter Quelle am besten ignorieren und nicht annehmen. Wird man dennoch kontaktiert, gilt: nicht reagieren, sondern melden. Betroffene können verdächtige Inhalte direkt bei der jeweiligen Plattform als Betrugsversuch (Scam) kennzeichnen.
Zusätzlich empfiehlt die FMA, auch die Watchlist Internet einzuschalten. Sie dokumentiert aktuelle Betrugsmaschen und nimmt Meldungen entgegen. Auch auf der Website der FMA finden Nutzer wertvolle Hinweise.
Wichtig: Vor jeder Geldanlage sollte geprüft werden, ob das Unternehmen bei der FMA registriert ist. Die Unternehmensdatenbank der Behörde gibt darüber Auskunft.
Digitale Anlagebetrüger setzen auf Tempo und Täuschung
In einer Zeit, in der Messaging-Dienste wie WhatsApp zur Alltagskommunikation gehören, nutzen Kriminelle jede Schwachstelle aus. Die wachsende Zahl an Betrugsfällen zeigt, wie wichtig digitale Wachsamkeit und finanzielle Bildung geworden sind. Die FMA sendet mit ihrer aktuellen Warnung ein klares Signal: Anleger müssen kritisch bleiben und sich im Zweifel informieren – bevor das Geld in dubiosen Kanälen verschwindet.